Umweltbildung in der GS Achternmeer

Umweltbildung nimmt in der Grundschule Achternmeer einen hohen Stellenwert ein. Langfristige Veränderungen und Bedrohungen der Umwelt haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Verstärkung des Krisenbewusstseins innerhalb der Gesellschaft geführt. Bereits im Kindergarten und in der Grundschule müssen Schüler zur Auseinandersetzung mit ihrer natürlichen Umwelt angeleitet werden, um Verantwortungsbewusstsein und Bereitschaft für Natur- und Umweltschutz anzubahnen. Umweltbildung in der Grundschule ist hierbei nicht als isolierter Lernbereich zu betrachten, sondern als umfassender und fächerübergreifender Erziehungsauftrag. Im Sinne der im niedersächsischen Schulgesetz in §2 formulierten Ziele betrachten wir die Umweltbildung als einen Teil der Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Im Laufe der Grundschulzeit sollen die SchülerInnen der GS Achternmeer nicht nur Wissen über ökonomische und ökologische Zusammenhänge erwerben, sondern dieses Wissen zum Schutz der Umwelt aktiv und nachhaltig in verschiedenen Kontexten nutzen und anwenden. Die Breitschaft zur Übernahme von Verantwortung für den Erhalt der Umwelt sowie der eigenen Gesundheit soll sich in verschiedenen Handlungsfeldern entwickeln.

Diese Handlungsfelder sind:

1. Teilnahme an der Auszeichnung zur Umweltschule in Europa  

Seit 1998 nimmt die GS Achternmeer alle zwei Jahre mit jeweils zwei Projekten an der Auszeichnung zur Umweltschule in Europa teil. Die Projekte werden entweder in neuer und nachhaltiger Art weitergeführt oder neue Projekte werden mit aufgenommen, um sie in das Schulleben zu integrieren.Durch die Auszeichnungen wird den SchülerInnen eine »Ernsthaftigkeit« ihres Tun und Lernens verdeutlicht. Die Schule und somit auch die SchülerInnen identifizieren sich mit dem Gedanken durch ihr Tun nach Außen zum Umweltschutz beizutragen.Die Ergebnisse der Projekte sind teilweise in den Schularbeitsplänen (hauptsächlich im Schularbeitsplan für Sachunterricht) als Unterrichtseinheiten fest für bestimmte Jahrgänge verankert.Die Schule nimmt regelmäßig an Bezirkstreffen der verschiedenen  Umweltschulen teil und nutzt die Kontakte im Netzwerk »Umweltschule in Europa«, um sich mit anderen Schulen thematisch auszutauschen.

2. Das Schulgelände als Erfahrungsraum

Das naturnahe Schulgelände der GS Achternmeer ermöglicht Originalbegegnungen mit der Natur und ist ein wichtiges Übungsfeld für umweltbewusstes Verhalten. Es bietet einen begrünten, teilweise naturbelassenen Schul- und Pausenhof der allen SchülerInnen in den Pausen zugänglich ist. Darüberhinaus besitzt die Schule eine große Gartenanlage mit vielfältige Pflanzenbeete, Schulteich, Obstwiese, Trockenmauer, Insektenhäuser, Nisthilfen, Sitz- und Beobachtungsecken, Benjeshecke, Weidengänge und -hütten und Kompostanlage. Alle Gruppenräume der Klassen haben einen direkten Zugang zum Garten und eine eigene kleine »Terrasse« zum Gestalten und Pflegen.Umwelt- und Gesundheitserziehung greifen hier für die SchülerInnen anschaulich ineinander, da die SchülerInnen

  • jahreszeitliche Naturveränderungen erleben
  • mit verschiedenen Naturmaterialien direkt umgehen können
  • Tiere und Pflanzen beobachten und pflegen können
  • im Garten arbeiten und Pflegearbeiten kennenlernen
  • verschiedenen Lebenszonen kennenlernen und beobachten
  • die Vernetzung, Veränderbarkeit und Störanfälligkeit der Natur erleben
  • sich in Ruhezonen zurückzuziehen
  • Vögel beim Füttern und Nisten beobachten

3. Gartentag

Zweimal im Jahr (Frühjahr/ Herbst) gestaltet die GS Achternmeer einen Gartentag für alle SchülerInnen und Eltern der Schule. Jede  Klasse besitzt eine Patenschaft über einen Bereich des Schulgartens, der an diesen Tage besonders gepflegt und instandgesetzt werden soll. Darüberhinaus pflegen die Klassen ihre Terrassen und machen sie so entweder für das Frühjahr oder für den Winter bereit, indem sie jäten, neues Häcksel streuen, neue Pflanzen säen oder einsetzen etc. Durch die Arbeit und Organisation des Gartentages lernen die Kinder ein Ökosystem in ihrer unmittelbaren Lebenswirklichkeit kennen. Sie lernen den verantwortungsbewussten Umgang, Pflege zu Erhaltung und aber auch den positiven Nutzen im Sinne eines Umweltgedanken eines stabilen Ökosystems kennen. Sie ernten (z.B. Äpfel der Obstwiese) und verarbeiten direkt (Apfelmus), sie kompostieren und verarbeiten den fertigen Humus, indem sie düngen. Sie schneiden Sträucher, die direkt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde gehäckselt werden.In vielfältiger Weise sind die Gartentage wichtige Bestandteile unseres Konzeptes zur Umweltbildung.

4. Kooperation RUZ Hollen, Lernortstandort Huntlosen

Seit dem Schuljahr 2008/2009 unterhält die GS Achternmeer einen Kooperationsvertrag mit dem Regionalen Umweltzentrum Hollen, Lernortstandort Huntlosen. Die Schule arbeitet zu verschiedenen Themenbereichen des Sachunterrichts mit dem RUZ zusammen. Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden die Themenbereiche mit dem RUZ abgesprochen und festgelegt. Am Ende des 2.Schuljahres nehmen wir am Projekt »Transparenz schaffen - von der Ladentheke bis zum Erzeuger - ein Bildungs- und Kooperationsprojekt für Niedersachsen und Bremen« teil. Beide zweiten Jahrgänge besuchen einen ansässigen Milchbetriebswirtschaftshof. Außerdem wird das Thema parallel im Unterricht laut Schularbeitsplan begleitet. Dies ist auch ein Teil unseres Gesundheitskonzeptes.

5. Umwelterfahrung an außerschulischen Lernorten

Die Umgebung von Wardenburg - Achternmeer bietet viele Möglichkeiten unterschiedliche Erfahrungsräume mit den Kindern zu besuchen. Es gibt Waldgebiete (Oberlether Fuhrenkamp - Projekt mit dem RUZ), einen See und Moorgebiete die mit den SchülerInnen auch mit dem Fahrrad besucht werden können.

6. Umweltbewusstes Handeln im Schulalltag

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Wasser, Abfall und Strom wird laut Schularbeitsplan der GS Achternmeer für das Fach Sachunterricht in den verschiedenen Jahrgängen erarbeitet. Thema »Wasser« - Klasse 2 und 3 (mit Besuch des ansässigen Trinkwasseraufbereitungswerk Nethen), Thema »Abfall« - Klasse 2 (Ausbildung von Müllkontrolleure - für eine intensive Phase während und nach der Einheit), Thema »Strom« - sparsamer Umgang, Energiedetektive und zeitweise Kontrolle der Stromquelle Licht in der Klasse während der großen Pausen (Zusammenarbeit mit dem RUZ). Um bei den SchülerInnen eine nachhaltige Sensibilisierung zu erzielen, erfolgt die Auseinandersetzung mit diesen Themen nicht nur durch theoretische Erkenntnisvermittlung, sondern durch verschiedene u.a. oben genannten Beispielen. Für alle Klassen wird die Empfehlung ausgesprochen Getränke in abwaschbaren Behältern und für Schulbrote, Obst und Gemüse ebenfalls abwaschbare Brotdosen zu verwenden.

Seit Sommer 2011 sind wir teilnehmende Schule an der "Aktion Klima".  Diese Aktion ist ein Teil des Aktionsprogramms "Klimaschutz in Schulen und Bildungseinrichtungen" des Bundesumweltministeriums. Ein neues Projekt für Umweltschule in Europa ist "verhaltendbedingtes Energiesparen" im Schulalltag.